Im nordrhein-westfälischen Arnsberg ist eine in Regenbogenfarben bemalte Treppe über Nacht mit Schwarz-Rot-Gold übermalt worden, berichtet die Welt. Die Stadtverwaltung bewertet die Aktion als Sachbeschädigung und kündigte Anzeige gegen unbekannt an – unabhängig von der politischen Motivation. Die betroffene Treppe am Busbahnhof Neheim war zuvor von Schülern des örtlichen Gymnasiums Laurentianum gestaltet worden, als Zeichen für Offenheit, Vielfalt und Toleranz.
Die Reaktion ist deutlich. Besonders scharf äusserten sich die Grünen in der Arnsberger Stadtvertretung. Verena Verspohl, Vorsitzende der Fraktion, sprach auf Instagram von einer «klaren rechtsextremen Aussage gegen Vielfalt, Queers und eine bunte Gesellschaft, pro Nationalismus».
Die Stadt liess die Farbe inzwischen vollständig entfernen. Nach Angaben des WDR kamen dabei Hochdruckreiniger zum Einsatz – nun ist die Treppe wieder neutral grau.
Auch Bürgermeister Ralf Paul Bittner stellte sich hinter das ursprüngliche Schülerprojekt. Die Farben der Bundesrepublik stünden zwar für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, so Bittner, «sie dürfen aber nicht als Gegensymbol zu gesellschaftlicher Vielfalt missbraucht werden».
Der Vorfall ist nicht der erste dieser Art: Die Regenbogentreppe war in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel von Übermalungsaktionen. Unterstützt wird sie dennoch parteiübergreifend in der lokalen Politik. Der Bezirksausschuss Neheim hatte das Projekt im Vorfeld explizit begrüsst.