Viel fehlte nicht zur Einstimmigkeit. Der Vorstand von Economiesuisse, dem Spitzenverband der Schweizer Wirtschaft, sagt klar ja zur Vernehmlassungsantwort zu den Verträgen mit der EU – mit 69:1 Stimmen.
Die einzige Abweichlerin: SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Magdalena Martullo-Blocher. Dass sie die Verträge mit der EU ablehnt, war zuvor schon bekannt gewesen.
Bei Economiesuisse können nicht alle gut damit leben, dass das Resultat nicht einstimmig ausfiel. Annette Luther, Präsidentin von Scienceindustries, kritisierte Martullo-Blocher direkt nach der Sitzung scharf. Sie habe «nicht im Namen des Verbandes» gesprochen, so Luther.
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Die SVP-Politikerin ist im Economiesuisse-Vorstand ebenfalls Vertreterin von Scienceindustries. Während sich die beiden Verbände nicht offiziell zu den Ereignissen äussern, hat Martullo-Blocher bestätigt, dass die einzige Nein-Stimme von ihr kam.
Kritik an der SVP-Politikerin gibt es im Wirtschaftsverband schon länger. Sie sei «nicht die beste Besetzung», sagte beispielsweise FDP-Nationalrat Simon Michel vor einigen Monaten.