Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Nord-Stream-Sabotage: Ukrainischer Ex-Kommandeur bestätigt Rolle von verdächtigem Soldaten

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
Nord-Stream-Sabotage: Ukrainischer Ex-Kommandeur bestätigt Rolle von verdächtigem Soldaten
Nord-Stream-Sabotage: Ukrainischer Ex-Kommandeur bestätigt Rolle von verdächtigem Soldaten
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Ein neues Dokument des ukrainischen Verteidigungsministeriums bestätigt, was lange vermutet wurde: Serhij K., der in Deutschland wegen mutmasslicher Beteiligung an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in Untersuchungshaft sitzt, war zum Tatzeitpunkt aktiver Elitesoldat. Sein damaliger Vorgesetzter, Roman Tscherwinsky, sagte dem Spiegel: «Serhij stand zum damaligen Zeitpunkt unter meinem Kommando. Er hat alle Aufträge unserer Einheit ausgeführt.»

Swedish Coast Guard via AP, File
FILE - In this photo provided by Swedish Coast Guard, a view of a leak from Nord Stream 2, on Sept
Swedish Coast Guard via AP, File

Die Aussagen des Ex-Militärs sind brisant, denn Tscherwinsky selbst gilt als zentrale Figur hinter der Operation. Bereits 2024 hatte der Spiegel berichtet, dass die Sprengung von Nord Stream 1 und 2 auf ein ukrainisches Kommando zurückgehe – bestehend aus Spezialkräften und Tauchern, das mit der Segeljacht «Andromeda» operierte. Die Explosionen am 26. September 2022 sollen vom Meeresgrund aus durchgeführt worden sein. Das Kommando habe demnach direkt dem damaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee unterstanden.

In dem Schreiben an den Menschenrechtsbeauftragten des ukrainischen Parlaments wird bestätigt, dass K. vom 10. August 2022 bis Ende November 2023 in der Einheit A0987, einem Spezialkräftekommando, als Hauptmann diente.

Tscherwinsky selbst wollte sich zur Operation nicht äussern. Er habe «keine Aussagegenehmigung für einzelne Operationen». Gleichwohl rechtfertigte er den Anschlag in der Ostsee rückblickend: Die Pipelines seien ein «militärisch legitimes Ziel» gewesen, da Russland damit seine Armee finanziert habe. Die Attacke habe zudem in internationalen Gewässern stattgefunden und sei laut internationalem Seerecht nicht verboten.

Diese Argumentation wird nun auch Teil der Verteidigungsstrategie von Serhij K. Vor dem Bundesgerichtshof sei laut Spiegel eine Beschwerde anhängig, die eine funktionelle Immunität als Soldat geltend macht. Ein ähnlicher Fall war im Herbst in Polen gescheitert, wo ein weiterer Verdächtiger – der Tauchlehrer Wolodymyr Sch. – nicht ausgeliefert wurde. Ein polnisches Gericht sah in der Sabotage einen Akt im Rahmen des militärischen Konflikts zwischen Kiew und Moskau.

Insgesamt sollen deutsche Ermittler inzwischen sechs Personen als mutmasslich Beteiligte identifiziert haben. Haftbefehle liegen vor, doch die juristische Bewertung der Operation dürfte für weitere Kontroversen sorgen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.