Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 ist in Polen ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen worden. Laut einem Bericht des polnischen Radiosenders RMF FM handelt es sich um den Ukrainer Wolodymyr S., gegen den ein europäischer Haftbefehl vorliegt. Dieser sei von einem deutschen Gericht ausgestellt worden, berichtet die Bild-Zeitung. Eine offizielle Bestätigung durch deutsche oder polnische Behörden liegt bislang nicht vor.
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Bereits im August war ein anderer mutmasslicher Beteiligter in Italien gefasst worden. Er soll die Sabotageakte von 2022 koordiniert haben. Damals wurden mehrere Leitungen der Gasverbindung zwischen Russland und Deutschland durch Explosionen nahe der Insel Bornholm schwer beschädigt. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine Gruppe von Personen mit gefälschten Ausweisen eine Segeljacht nutzte, um die Sprengsätze zu platzieren. Das Boot war zuvor über Mittelsmänner in Rostock gechartert worden.
Während die deutsche Bundesanwaltschaft bislang eine ukrainische Täterschaft nicht ausschliesst, hatte Russland wiederholt Kiew für den Anschlag verantwortlich gemacht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, man hoffe auf einen baldigen Abschluss der deutschen Ermittlungen. Zugleich betonte Moskau erneut, dass der intakte Strang der Nord-Stream-Pipeline weiterhin genutzt werden könne.