788 Fälle von Gruppenvergewaltigung in Deutschland, 789 Fälle in Spanien – das sind die zuletzt veröffentlichten Zahlen für ein Jahr, und ausserdem nur die registrierten. Was es mit der Seele einer Frau macht, wenn sich mehrere Männer sexuell an ihr vergehen, zeigt sich an Noelia Castillo Ramos, die diese schmerzhafte Erfahrung machen musste. Die 25-Jährige Katalanin wollte sich selbst von dem dadurch ausgelösten psychischen Leid erlösen und nahm am Donnerstag nahe Barcelona Sterbehilfe in Anspruch.
Im deutschsprachigen Blätterwald hat dieses erschütternde Ereignis kaum Platz – wie denn auch, denn die Schlagzeilen sind weiterhin prall gefüllt mit den Partnerschaftsproblemen von «Traumschiff»-Schauspielerin Collien Fernandes. Eine Frau, die auf Demonstrationen theatralische Tränen vergiesst, von Talkshow zu Talkshow tingelt und davon spricht, von ihrem Ex-Mann Christian Ulmen durch Deep-Fakes «virtuell vergewaltigt» worden zu sein. Linke Influencer und Medien wie der Spiegel sind im Daueralarm und erwecken den Eindruck, als wäre es das allerschlimmste Schicksal, was einer Frau je passieren könne.
Indes leiden still tausende Frauen europaweit unter den traumatisierenden Folgen von Gruppenvergewaltigung. Noelia Castillo Ramos ist nun tot. «Ich kann nicht mehr mit all dem, was mich in meinem Kopf quält, was ich erlebt habe», hatte sie zuvor in ihrem letzten Interview des Fernsehsenders Antena 3 gesagt. Sie wolle «endlich gehen, aufhören zu leiden». Nachdem sie 2022 von einer Gruppe junger Männer brutal vergewaltigt wurde, war sie bereits in Todesabsicht aus dem fünften Stock gesprungen; seither war sie querschnittsgelähmt.
Wann endlich landet das Thema Gruppenvergewaltigung in den Schlagzeilen und medialen Debatten? Werden wir das noch erleben?
Christian Ulmen hat die falsche Ethnie und die falsche Hautfarbe – es fällt Linksgrünen nicht schwer, gegen ihn, den weissen Mann zu hetzen. Anders sieht es gegenüber denen aus, die Gruppenvergewaltigungen begehen. Migranten tauchen überproportional häufig als Täter auf. Eine Tatsache, vor der die Linken weiterhin die Augen verschliessen. Und damit vor dem Leid von Tausenden von Frauen.
Seit Gisèle Pelicot gibt es den feministischen Slogan: «Die Scham muss die Seiten wechseln.» Auch wenn nicht zu beurteilen ist, was Fernandes tatsächlich durchgemacht hat, sollte sie und alle, die gerade in Hysterie verfallen sind, endlich mal zurückkommen zu den Relationen. Wenn sie doch endlich Scham erfassen würde angesichts des Spektakels, das sie aufführen, während weiterhin tausende Opfer von Gruppenvergewaltigungen ihnen nicht mal ein Gedanke wert sind.