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Noch vor einem Jahr kritisierte Trump die Politik des «Nation-building». Jetzt scheint er denselben Weg einzuschlagen. Warum?

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Noch vor einem Jahr kritisierte Trump die Politik des «Nation-building». Jetzt scheint er denselben Weg einzuschlagen. Warum?
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«Nation-building» lautete das Zauberwort der amerikanischen Neocons, Männer wie George W. Bush. Die USA als führende demokratische Macht der Erde würden unterdrückten Nationen die Segnungen der Demokratie bringen – notfalls mit Gewalt. Auch Demokraten wie Barack Obama hingen dieser These an.

Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
President Donald Trump holds up a fist after disembarking Air Force One at Palm Beach International Airport in West Palm Beach, Fla
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Die Ergebnisse waren durchwachsen. Siehe Irak. Siehe Afghanistan. Demokratie muss in einer Gesellschaft wachsen und kann nicht aufgepfropft werden wie ein Edelreiser im Garten. Den Preis für diesen Irrtum zahlten amerikanische Soldaten in fernen Ländern.

Donald Trump hat diesen Irrweg immer scharf kritisiert. Obama warf er mehrmals vor, den Iran angreifen zu wollen, um von seinem Versagen als Unterhändler abzulenken. Seinen Wahlsieg verdankte er nicht unwesentlich dem Versprechen, die USA nicht in verlustreiche Kriege am anderen Ende der Welt zu verwickeln.

Noch kein Jahr ist es her, dass er zu Protokoll gab: «Am Ende zerstörten die sogenannten Nation-Builders weit mehr Nationen, als sie aufgebaut haben, und die Interventionisten griffen in komplexe Gesellschaften ein, die sie selbst nicht einmal verstanden.»

Damit traf er den Nagel auf den Kopf, weshalb sich seine Anhänger umso verwunderter den Kopf kratzen. Denn mit seinen Angriffen auf den Iran will Trump einen Wechsel des Regimes herbeiführen, die Demokratie in Persien aufbauen. Übrigens zum ersten Mal, denn auch unter dem Schah war das Land eine Autokratie.

Was also hat diesen Meinungswandel bewirkt? Oder besser gefragt, wer? Es war Israels Premier Benjamin Netanjahu, der die USA seit 20 Jahren zu einem Krieg mit Teheran anstiftet. Aus seiner Warte hat er recht: Iran, nicht arabisch und nicht islamisch-sunnitisch, ist Israels schärfster und gefährlichster Feind in der Region. Unvergessen die goldenen Zeiten, als Israel den Iran – nicht arabisch nicht islamisch-sunnitisch – als Verbündeten gegen die arabische Welt hatte.

Doch was haben die USA davon? Einen weiteren «failed state» in einer Krisenregion? Höhere Benzinpreise an den Tankstellen daheim, die die Wähler im November der Partei des Präsidenten heimzahlen werden?

Kann sein, aber Trump spielt ein viel grösseres Spiel. Kippt der Iran, schwächt dies Russland und vor allem China, das einen Grossteil seiner Energie aus diesem Land bezieht. Neuerdings noch mehr, seitdem Trump den Lieferanten Venezuela ausgeschaltet hat.

Trump geht es um die Wiederherstellung von Amerikas globaler Dominanz. Das geht nicht ohne Gewalt und ohne tote GIs, wie er kaltblütig und nonchalant selber eingestand: «Das passiert oft im Krieg.» Shit happens.

Jetzt müssen nur noch seiner Anhänger in der MAGA-Bewegung kapieren, dass sie sich wohl in ihrem Hoffnungsträger getäuscht haben. „America first“ heisst ja nicht, dass Amerikas Bürger an erster Stelle stehen.

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