CDU-Aussenpolitiker Roderich Kiesewetter warnt beim Anschlag auf Stromkabel in Berlin vor vorschnellen Schlüssen – und bringt eine mögliche russische Beteiligung ins Spiel. Zwar sieht die Polizei klare Hinweise auf eine linksextreme Täterschaft, doch Kiesewetter hält auch eine gezielte Beeinflussung durch russische Geheimdienste für denkbar.
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Der Welt sagte der Bundestagsabgeordnete: Eine Sprachanalyse zeige, die Rückübersetzung ins Russische ergebe eine viel bessere Sprache als das «holprige» Deutsch. «Also der Linksextremismus kann entweder nicht richtig Deutsch, oder er lässt sich vorschreiben, was er sagen soll.» Man müsse nun alles bewerten und dürfe «nichts ausschliessen».
Das fast elfseitige Bekennerschreiben, das auf die sogenannte Vulkangruppe hinweist, steht im Zentrum der Diskussion. Die Polizei bewertet es als authentisch und verortet es klar im linksextremen Spektrum. Vize-Polizeipräsident Marco Langner sagte: «Die Prüfungen, die wir vorgenommen haben in Zusammenarbeit mit dem BKA, weisen eben auf diese Vulkangruppe hin – und zwar sehr deutlich.» Hinweise auf eine russische Beteiligung gebe es hingegen bislang nicht.
Trotzdem stützt sich Kiesewetter auf linguistische Auffälligkeiten: Satzkonstruktionen, die laut einer KI-Expertin nicht originär deutsch klingen, sowie stilistische Eigenheiten, die auf eine Rückübersetzung aus dem Russischen hindeuten könnten. Auch andere Stimmen in sozialen Medien, darunter der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz, stellen Verbindungen zur russischen Seite in den Raum.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) warnte unterdessen vor Desinformation: «Es kursieren falsche Informationen. Hier wird bewusst in Kauf genommen, dass Verunsicherung entsteht.» Die Polizei kündigte an, alle technischen Mittel zur Aufklärung auszuschöpfen.