Altkanzlerin Angela Merkel hat sich in der Renten-Debatte zurückgemeldet. In der Sendung «Phoenix persönlich» des TV-Senders Phoenix sprach sie über ihre Sicht auf die aktuelle Rentenpolitik und die Rolle der AfD.
Merkel verteidigte den Kurs der Bundesregierung im Streit um die Rentenhaltelinie von 48 Prozent bis 2031. Diese Festlegung sei «nur folgerichtig», da die Linie bereits 2018 bis 2025 beschlossen worden sei. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Koalition trotz Differenzen zu einer Einigung komme: «Ich denke, alle werden einen Weg finden.»
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Zur AfD fand die ehemalige Kanzlerin deutliche Worte. Demokratische Parteien dürften sich «nicht von der AfD fast in der Manege herumführen lassen» und sollten ihre Grundüberzeugungen klarer vertreten. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss sie kategorisch aus: «Mehrheiten zu suchen mit der AfD, das verbietet sich allein aus der eigenen Definition.»
Selbstkritisch äusserte sich Merkel schliesslich zur Digitalisierung. Sie habe unterschätzt, «wie schwierig die Durchsetzung im föderalen System» sei. Viele der rund 500 geplanten digitalen Verwaltungsleistungen seien bis heute nicht umgesetzt – «das bedaure ich», sagte sie.