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Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas hat sich vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz skeptisch zur Verlässlichkeit der Nato geäussert. Das transatlantische Verteidigungsbündnis sei «nicht mehr das, was es einmal war», sagte sie.
Vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheiten über die sicherheitspolitische Rolle der USA sprach sich Kallas für eine offene Diskussion über europäische atomare Abschreckungskapazitäten aus. Sie verstehe den Ursprung solcher Überlegungen und halte es für notwendig, diese ernsthaft zu führen. Dabei warnte sie aber auch vor vorschnellen Schlüssen: «Wenn wir überall auf der Welt mehr Atomwaffen haben, werden wir nicht in einer friedlicheren Welt leben – und auch nicht in einer weniger gefährlichen.»
Die ehemalige Regierungschefin Estlands betonte, dass Entscheidungen über Nuklearfragen in der EU letztlich bei den Mitgliedstaaten lägen. Man sei aber bereit, diese Debatte gemeinsam zu führen.