Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, warnt eindringlich vor den Folgen einer Regierungsübernahme durch die AfD. Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung bezeichnete Schulze eine solche Konstellation als «unverantwortlich» und erklärte, ein AfD-Erfolg würde «dem Land Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland wirklich einen nicht beschreibbaren grossen Schaden zufügen».
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Mit Blick auf die aktuellen Umfragen, die die AfD deutlich vor seiner CDU sehen, sprach Schulze von einer «Momentaufnahme» und betonte: «Mein Ziel ist: Ich möchte die Wahl gewinnen und vor der AfD stehen.» Er zeigte Verständnis für Protesthaltungen in Teilen der Bevölkerung, kritisierte aber die Idee, durch eine AfD-Stimme ein Zeichen setzen zu wollen. «Es bestehen Ängste vor der Zukunft, und da will man bei der Wahl offenbar mal ein Zeichen setzen. Ich halte dieses Zeichen allerdings für unverantwortlich.»
Eine Regierungsbeteiligung der AfD schloss Schulze kategorisch aus: «Bei mir im Kabinett wird kein Minister der AfD und keine Ministerin der Linkspartei sitzen.»
Zugleich übte der CDU-Politiker Kritik an der eigenen Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. «Die Regierung von Friedrich Merz sollte aus meiner Sicht das Erwartungsmanagement korrigieren. Es ist nicht alles sofort zu lösen», so Schulze. Die derzeit schwachen Umfragewerte seien auch eine Folge überhöhter Erwartungen an den Start der schwarz-roten Koalition.
Die Wahl in Sachsen-Anhalt findet im September 2026 statt. Ein AfD-Wahlsieg würde das Land laut Schulze «quasi unregierbar» machen.