Die deutsche Bundesregierung hat die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle zurückgewiesen. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte in Berlin, das Vorgehen sei «nicht akzeptabel». Trump «eskaliert mit diesen Androhungen im Handelskonflikt», sagte Kornelius.
Bei einem solchen Konflikt könne es keinen Gewinner geben. Man werde zudem «weitere wirtschaftspolitische Gegenmassnahmen vorbereiten, wenn das nötig ist. Und wenn es nötig ist, auch schon ab Februar», kündigte Kornelius an. Innerhalb der EU gebe es darüber «eine grosse Einigkeit».
CLEMENS BILAN / KEYSTONE
Trump hatte unter Verweis auf den Streit um Grönland weitere Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder angekündigt. Vorgesehen seien gestaffelte Strafzölle von zunächst 10 und später 25 Prozent auf alle Waren, solange kein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde.
Die EU-Kommission setzt im Grönland-Konflikt vorerst auf Dialog. Ein Sprecher in Brüssel erklärte, die Priorität liege darauf, «den Dialog zu suchen, nicht zu eskalieren und die Verhängung von Zöllen zu vermeiden». Zusätzliche Zölle würden letztlich Verbraucher und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks schädigen.
Zugleich betonte die Kommission, dass der EU Abwehrinstrumente zur Verfügung stünden. «Wir werden alles tun, was erforderlich ist, um die wirtschaftlichen Interessen der EU zu schützen», sagte der Sprecher. Dazu zählten auch Vergeltungszölle oder weitere handelspolitische Massnahmen, falls Washington seine Drohungen umsetzt.