Die schwarz-rote Koalition führt im kommenden Jahr eine flächendeckende Musterung aller jungen Männer ein. Dies geht aus dem neuen Wehrdienstgesetz hervor, auf das sich Union und SPD nach wochenlangen Verhandlungen verständigt haben. Das Papier sieht eine verpflichtende Erfassung aller Männer und einen Mechanismus zur Sicherung des Personalbedarfs der Bundeswehr vor. Grundlage sind Nato-Zielmarken sowie ein gesetzlich verankerter Aufwuchspfad, über dessen Fortschritt das Verteidigungsministerium halbjährlich dem Bundestag berichten soll.
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Ab 2026 erhalten 18-jährige Männer einen verpflichtenden Fragebogen zu Motivation und Eignung. Danach beginnt die stufenweise Musterung aller ab dem 1. Januar 2008 geborenen Jahrgänge. Frauen können weiterhin freiwillig dienen. «Eine gewisse Verbindlichkeit in der Freiwilligkeit», erklärte Unionsfraktionschef Jens Spahn. Parallel versendet die Koalition Informationen zum Wehrdienst und zum Bundesfreiwilligendienst.
Bleibt der Personalaufwuchs hinter den Zielwerten zurück, kann der Bundestag eine Bedarfswehrpflicht beschliessen. Bei einem Überhang männlicher Kandidaten wäre ein Zufallsverfahren möglich; ein Automatismus wird ausgeschlossen. Freiwillige sollen rund 2600 Euro brutto erhalten und Zuschüsse für Führerscheine bekommen.