Frankreichs Premier Sébastien Lecornu hat zwei Tage nach seiner Wiederernennung ein neues Kabinett vorgestellt – sein erster Anlauf war nach vierzehn Stunden gescheitert. Der neue Anlauf soll die politische Krise beenden.
Wie der Elysée-Palast bekanntgab, bleibt Roland Lescure weiterhin Finanzminister. Er gilt als enger Vertrauter von Präsident Emmanuel Macron und übernimmt das Ressort in einer Phase, in der Frankreichs Haushaltslage zunehmend unter Druck steht.
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Das Verteidigungsministerium übernimmt Catherine Vautrin, zuvor zuständig für Arbeit und Gesundheit. Neuer Innenminister wird Laurent Nuñez, bislang Polizeipräfekt von Paris. Justizminister Gérald Darmanin und Aussenminister Jean-Noël Barrot behalten ihre Ämter, ebenso wie Kulturministerin Rachida Dati. Als neue Umweltministerin wurde Monique Barbut, ehemalige WWF-Leiterin in Frankreich, benannt. Die Leitung des Arbeitsministeriums übernimmt Jean-Pierre Farandou, der bisher Chef der Staatsbahn SNCF war.
Das neue Kabinett steht unter Druck: Der Entwurf für das Haushaltsbudget 2026 muss bis Montag vorgelegt werden – gelingt das nicht, droht ein neuer Rücktritt des Premierministers. Lecornu selbst erklärte gegenüber La Tribune Dimanche: «Sollten die Bedingungen erneut nicht mehr gegeben sein, würde ich gehen. Ich mache nicht einfach alles mit.»