Eine neue EU-Verordnung zwingt Hersteller von LKW-Anhängern zur Reduktion von CO2-Emissionen – obwohl diese gar keinen eigenen Antrieb besitzen. Die Verordnung, seit 1. Juli 2024 in Kraft, sieht vor, dass auch Anhänger zur CO2-Bilanz beitragen und ab 2030 mit Strafen belegt werden können, wenn sie die Zielwerte nicht einhalten, berichtet die Bild-Zeitung.
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Hersteller in Deutschland und Europa schlagen Alarm: Durch die neuen Vorgaben könnte sich die Produktion um bis zu 40 Prozent verteuern. Allein beim Unternehmen Krone rechnet man bei einer Zielverfehlung von 2,5 Prozent mit Strafzahlungen von rund 140 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Gero Schulze Isfort der Bild erklärte. «Wenn die EU die Regulierung so beibehält, ist das ein weiterer Baustein zur Deindustrialisierung.»
Basis der neuen Berechnung ist das sogenannte Vecto-Programm, ein Software-Tool der EU, das CO2-Einsparungen über technische Modifikationen wie Gewicht, Aerodynamik und Bauhöhe simuliert. Kritiker bemängeln, dass dies in der Praxis zu weniger Ladevolumen führe – mit der Folge von mehr Leerfahrten und zusätzlichem CO2-Ausstoss.
Die acht grössten europäischen Anhängerhersteller haben Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Sie fordern die Abschaffung des Vecto-Modells und warnen vor gravierenden Folgen: «Diese Verordnung zerstört Wirtschaft und Jobs – und verfehlt die Klimaziele.» Nach Branchenschätzungen sind über 70.000 Arbeitsplätze in Europa betroffen.