Was bisher vermutet wurde, belegt eine neue Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nun schwarz auf weiss: Der Einsatz von Chat GPT kann das Denkvermögen und die Gedächtnisleistung beeinträchtigen. Forscher des MIT Media Lab haben in einer neuen Studie nachgewiesen, dass Nutzer des KI-Tools beim Schreiben von Texten deutlich weniger Hirnaktivität zeigen. Das berichtet das Magazin Time. Getestet wurden 54 Studierende aus Boston, die über mehrere Monate Essays zu vorgegebenen Themen schrieben – teils ohne Hilfsmittel, teils mit Google, teils mit Chat GPT. Ihre Hirnströme wurden dabei per EEG gemessen.
Philippe Turpin / Photononstop
Das Ergebnis: Die Chat-GPT-Gruppe wies die geringste kognitive Aktivität auf, ihre Texte waren laut unabhängigen Lehrern «seelenlos» und oft gedankenlos kopiert. Mit jedem weiteren Aufsatz wurde die Abhängigkeit vom KI-Tool grösser. Besonders beunruhigend: Auch ohne Chat GPT gelang es diesen Probanden später kaum noch, an frühere Inhalte anzuknüpfen oder originell zu denken.
Studienleiterin Nataliya Kosmyna warnt: «Die Gefahr für die Entwicklung junger Gehirne ist real.» Sie fordert Aufklärung und klare Regeln, bevor KI-Tools unkontrolliert im Bildungsbereich eingesetzt werden.