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Neue Bromance? SP-Präsident Wermuth bezeichnet US-Präsident Trump nicht mehr als Faschisten und gibt ihm bei seiner Zollpolitik sogar recht

Erhellendes Interview in der Republik. In einem interessanten Gespräch mit dem linken Wirtschaftsjournalisten Yves Wegelin über eine Welt, «die in den Autoritarismus» abdrifte, beschimpft SP-Präsident Cédric Wermuth den US-Präsidenten Donald Trump nicht ein einziges Mal. Wermuth verzichtet ganz auf «Fuck you!» oder «Faschist». Nur noch in Russland sieht er «einen tendenziell faschistischen Staat und eine Bedrohung». Der SP-Präsident rüstet verbal ab.

© KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Nationalrat Cedric Wermuth, SP-AG, am Telefon waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 11
© KEYSTONE / ANTHONY ANEX

Mehr noch. Das Interview könnte sogar der Anfang einer neuer Bromance sein. Wermuth unterlässt nicht nur die üblichen Verunglimpfungen, er zeigt Verständnis für Trump und gibt ihm sogar recht. «Trumps Kritik an den Handels­ungleich­gewichten in der Welt­wirtschaft ist nicht falsch.» Und: «Wenn Trump die neoliberale Globalisierung der letzten Jahrzehnte überwinden will, hat er ja recht.»

Wermuth findet es richtig, dass die Schweiz «als Hafen des globalen Kapitals» unter Druck gerate, wenn auch nicht auf diese «autoritäre, nationalistische Weise». Der SP-Präsident möchte im Umkehrschluss wohl lieber, dass die Schweiz von linken Internationalisten gepiesackt wird. Zu seinem Glück gibt es hierfür die EU, auch wenn die EU-Verträge dem SP-Präsidenten zu wenig weit gehen. «Unser Ja zum EU-Paket ist ein unangenehmer Entscheid in einer Alternativ­losigkeit.»

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