Maja Riniker ist im Reisefieber. Die «höchste Schweizerin» reist in der halben Welt herum, und es scheint, als wolle sie gegen Ende ihrer Amtszeit noch möglichst viele Destinationen anfliegen. Unter dem Titel «Ein Monat zwischen Papst, Pelosi und Peggy» feiert sie ihre Instagram-Diplomatie bis in Provinzmedien wie den Landanzeiger hinein gleich selbst («Im Oktober war ich viel unterwegs»).
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Im November geht es in diesem Stil weiter. Nächste Woche soll die FDP-Nationalrätin aus dem Aargau offenbar eine Reise nach Schweden und Finnland planen. Mit im Gepäck soll dann auch SVP-Nationalrat Pierre-André Page sein, der Riniker als Ratspräsidentin ablösen wird.
Das erfreut innerhalb der SVP nicht alle. Not amused ist Nationalrat Roland Rino Büchel. Schweden und Finnland seien «sehr gefährliche» Länder, weil sie die Neutralität aufgeben und Riniker ein «dankbares Vehikel» sei, wenn es darum gehe, die Neutralität wegzudrücken und Richtung Nato zu marschieren.
Es gehe ihm bei seiner Kritik weniger um die Kosten dieser Reisen, sondern eben darum, dass die Gefahr bestehe, dass Riniker «eingepackt und eingewickelt» werde. Die Aussenpolitik sei nicht Sache das Nationalrats und seiner Präsidentin. Hier herrsche ein «grosses Durcheinander». Und das werde ausgenützt. Riniker verführe auf der internationalen Bühne mit einem Lächeln. Büchels Fazit: «gefährlich».
«Gerät jetzt auch die SVP in dieses Fahrwasser?», fragt er. Das dürfe nicht sein.