Nahost: Was lernen wir über moderne Kriegsführung im Iran? Welche Rückschlüsse ziehen wir mit Blick auf US-Streitkräfte nach Venezuela und dem Iran?
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Nahost: Was lernen wir über moderne Kriegsführung im Iran? Welche Rückschlüsse ziehen wir mit Blick auf US-Streitkräfte nach Venezuela und dem Iran?

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Nahost: Was lernen wir über moderne Kriegsführung im Iran? Welche Rückschlüsse ziehen wir mit Blick auf US-Streitkräfte nach Venezuela und dem Iran?
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Während man sich in den europäischen Hauptstädten und den Redaktionsstuben des Mainstreams noch verwundert die Augen reibt, haben die Amerikaner und die Israeli im Iran Fakten geschaffen. Zu beobachten ist ein beispielloser militärischer Kraftakt: Mehr als 5000 Ziele bombardiert, über fünfzig Kriegsschiffe versenkt, das militärische Rückgrat des Mullah-Regimes quasi über Nacht gebrochen.

Abedin Taherjenareh/EPA/Keystone
Blick auf das Haupttor der Shahran-Ölraffinerie in Teheran, aus der nach einem nächtlichen US-Luftangriff weiterhin Rauch aufsteigt (8. März 2026).
Abedin Taherjenareh/EPA/Keystone

Was sich zeigt, ist nicht weniger als eine Zäsur der modernen Kriegsführung. Es ist die endgültige Abkehr von den imperialen Illusionen der Vergangenheit.

Zwanzig Jahre lang versuchte der Westen in Afghanistan und im Irak, Wüstenstaaten im Rahmen blutiger und sündhaft teurer «Nation-Building»-Projekte die liberale Demokratie beizubringen. Das ist vorbei. Unter Donald Trump erleben wir im Iran die Perfektionierung dessen, was man das «Venezuela-Szenario» nennen könnte: eine gnadenlose chirurgische Enthauptungsstrategie.

Die amerikanische Doktrin lautet heute: Zerstöre und delegiere. Wer die globale Machtbalance bedroht, dem wird mit überlegener Kinetik die Führungsmannschaft weggeschossen. Den anschliessenden mühsamen Wiederaufbau überlässt man geflissentlich den lokalen Kräften. Das mag für die Architekten der alten Weltordnung verstörend klingen, aber es ist aus amerikanischer Sicht stahlharter, kompromissloser Realismus. Amerika agiert nicht mehr als der moralisierende Weltpolizist, der allen sein System überstülpen will, sondern als jene eiskalte Abrissbirne der Wirklichkeit, die zuschlägt, wenn fundamentale nationale Interessen auf dem Spiel stehen.

Doch dieser Krieg entlarvt noch etwas anderes, etwas viel Schmerzhafteres: Er führt die Nacktheit Europas vor Augen. Während die US-Streitkräfte aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke operieren, zittert der alte Kontinent vor dem nach oben schnellenden Ölpreis.

Warum? Weil sich Amerika unter dem von unseren Medien so gerne verteufelten Motto «Drill, Baby, drill» längst energieautark gemacht hat. In Deutschland und Europa hingegen hat man sich jahrelang im moralischen Hochsitz einer grünen Verblendung gesonnt. Man hat eine Planwirtschaft ohne Plan ausgerufen, die eigenen Industrien drangsaliert und sich in ein grünes Nirvana hineinmanövriert. Jetzt, da der Sturm losbricht, schaut man panisch auf die fossilen Brennstoffe, die man doch eigentlich gestern schon verbieten wollte.

Und militärisch? Ein Desaster. Wenn schon die einst ruhmreiche Royal Navy und die britische Air Force Mühe haben, die Ausweitung des Konflikts vor Zypern in Schach zu halten, dann ahnt man, in welch desolatem Zustand sich die europäischen Armeen befinden.

Jahrzehntelang hat der alte Kontinent seine Verteidigungsfähigkeit vernachlässigt, weil man sich einredete, der ewige Frieden liesse sich durch moralische Vortrefflichkeit und gendergerechte Sprache herbeibeschwören.

Dieser Krieg im Iran ist grausam – wie jeder Krieg. Aber er ist eben auch ein heilsamer Realitätsschock. Er zwingt die Traumtänzer aus ihrem Tiefschlaf. Er lehrt, dass Geopolitik keine Kuschelveranstaltung ist, sondern die Selbstunterwerfung unter das Gesetz des Überlebens.

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