Die humanitäre Lage im Gazastreifen soll einen historischen Tiefpunkt erreicht haben: Die von den Vereinten Nationen unterstützte Organisation IPC (Integrated Food Security Phase Classification) hat erstmals offiziell eine Hungersnot im Nahen Osten ausgerufen – konkret in Gaza-Stadt und den umliegenden Gebieten. Über eine halbe Million Menschen seien dort laut IPC vom Hungertod bedroht.
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Die Kriterien für eine solche Erklärung sind streng: Mindestens 20 Prozent der Haushalte müssen von extremer Nahrungsmittelknappheit betroffen sein, 30 Prozent der Kinder an akuter Mangelernährung leiden und zwei von 10.000 Menschen täglich an Hunger sterben. All diese Bedingungen seien nun erfüllt.
In dem am 21. August veröffentlichten Bericht heisst es, die Hungersnot drohe sich bis Ende September auf die Regionen Deir al-Balah und Khan Younis auszubreiten. Schon jetzt leben laut IPC 1,07 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung – unter «Notfallbedingungen» der zweithöchsten Kategorie.
Israels Regierung weist die Einschätzung zurück. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, dass «Hunderte Lastwagen» Hilfsgüter in den Gazastreifen gebracht hätten. Wenn Israel tatsächlich eine «Hungerpolitik» verfolge, «gäbe es längst keine Gazaner mehr», sagte er. Die Hungersnot sei «eine Lüge».