Die Europäische Union hält die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle für kaum praktikabel. Wegen des EU-Binnenmarkts seien solche Massnahmen mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbunden, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel.
Waren, die im Binnenmarkt hergestellt würden, müssten nach EU-Vorschriften in der Regel lediglich mit der EU als Ursprungsregion gekennzeichnet werden. Zwar könne ein Drittstaat zusätzliche Angaben verlangen, doch stammten viele Produkte faktisch aus mehreren Mitgliedstaaten. Ursache seien integrierte, grenzüberschreitende Lieferketten.
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«Das bedeutet, dass es aus Zollperspektive und aus operativer Sicht praktisch sehr schwierig ist, Waren eindeutig ausschliesslich einem einzelnen Mitgliedstaat zuzuordnen», sagte der Sprecher. Technisch sei dies zwar möglich, es sei jedoch «enorm bürokratisch und verfahrensmässig komplex» und schaffe zusätzliche Ebenen von Komplexität. Dies würde den transatlantischen Warenhandel erheblich behindern, insbesondere für US-Importeure.
Trump plant, Strafzölle von 10 Prozent auf Importe aus Deutschland und sieben weiteren europäischen Staaten zu verhängen. Die Massnahme steht im Zusammenhang mit dem Streit um Grönland. Der US-Präsident will damit nach eigenen Angaben den Widerstand gegen einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel an die Vereinigten Staaten brechen.