Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzt nach Kritik am Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group seine Schirmherrschaft für das Jahr 2026 aus und will an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Das teilte der CSU-Chef nach einer Kabinettssitzung in Bamberg mit. Auch der bislang mit dem Gipfel verbundene Staatsempfang soll zunächst entfallen.
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Hintergrund ist eine seit November laufende Überprüfung, ob der Gipfel weiterhin staatlich gefördert werden soll. Auslöser waren Berichte, wonach die Weimer Media Group Unternehmen gegen Geld exklusiven Zugang zu Bundesministern angeboten und dabei mit «Einfluss auf politische Entscheidungsträger» geworben haben soll. Die Weimer Media Group weist diese Vorwürfe zurück.
Söder betonte, die Entscheidung sei «keine Verurteilung, auch keine vorläufige Bewertung». Die Compliance-Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, da unter anderem Gutachten fehlten, «die insbesondere von der Weimer Media Group selber in Auftrag gegeben wurden». Für den anstehenden Gipfel Ende April habe die Prüfung jedoch nicht mehr vollständig abgeschlossen werden können.
Der parteilose Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe vorläufig von seinen Anteilen an der Weimer Media Group getrennt. Seine 50-Prozent-Beteiligung wurde für die Dauer seiner Amtszeit an einen Treuhänder übertragen. Weimer erklärte, dies geschehe, um «jeglichen Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden».