Die Folgen des mutmasslich linksextremen Anschlags auf das Berliner Stromnetz weiten sich aus: Neben anhaltenden Stromausfällen in Zehntausenden Haushalten und eisigen Temperaturen wächst nun die Sorge vor einer weiteren Gefahr – dem Versagen von Wärmepumpen, wie das Nachrichtenportal Nius berichtet. Besonders betroffen sind sogenannte Monoblock-Wärmepumpen, die mit dem hochexplosiven Kältemittel R290 (Propan) betrieben werden.
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Wie der Bausachverständige André Habedank Nius erklärt, drohen durch die Kombination aus Stromausfall und Frost ernsthafte Schäden: «Wenn der Wärmetauscher kaputtgeht, hat das Kältemittel direkten Zugang zum Brauchwasser oder zum Heizwasser und kann so über defekte Leitungen oder undichte Ventile in das Haus eindringen.» Da R290 ein farbloses und geruchloses Industriegas ist, besteht die Gefahr, dass es sich unbemerkt im Wohnraum sammelt – ein einziger Funke könnte dann eine Explosion auslösen.
Ein besonders hohes Risiko bestehe bei älteren Anlagen mit Fussbodenheizungen, so Habedank. Dort könnten sich Gase in Dämmschichten ansammeln und durch Verbindung zur Raumluft austreten.
Laut Schätzungen könnten rund 2500 Haushalte in Berlin mit Wärmepumpen vom Stromausfall betroffen sein – die Monoblock-Technologie gilt als Marktführer. Dennoch wiegelt die Berliner Senatsverwaltung ab: Es seien bislang keine Schäden oder Vorfälle bekannt. Eine Anfrage von Nius zur konkreten Anzahl betroffener Geräte blieb unbeantwortet.