Belarus hat im Rahmen einer Vereinbarung mit den USA 123 Gefangene freigelassen, darunter die bekannte Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa und den Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki. Im Gegenzug sagten die Vereinigten Staaten zu, Sanktionen gegen das Land zu lockern, insbesondere im Bereich des Exports von Kalidünger, einem zentralen Wirtschaftsgut für Minsk.
BelTA
Die Freilassungen folgten auf Gespräche in Minsk zwischen dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko und dem US-Sondergesandten John Coale. Coale erklärte, mit der Normalisierung der Beziehungen könnten schrittweise weitere Sanktionen aufgehoben werden. Nach Angaben belarussischer Staatsmedien sollen die Lockerungen sofort in Kraft treten.
Kolesnikowa war seit 2020 in Haft und zeitweise isoliert. Nach ihrer Freilassung sprach sie von grosser Erleichterung über die gewonnene Freiheit, verwies aber zugleich auf die weiterhin Inhaftierten. Nach Angaben aus Kiew wurden sie und 113 weitere freigelassene Personen an die Ukraine überstellt und sollen nach medizinischer Versorgung nach Polen und Litauen gebracht werden. Eine kleinere Gruppe, darunter Bjaljazki, wurde direkt nach Vilnius ausgeflogen.
Die USA und die EU erkennen Lukaschenko seit der umstrittenen Wahl 2020 nicht als legitimen Präsidenten an.