Im Hollywood-Streifen «Killing Them Softly» sagt Brad Pitt als Auftragsmörder Jackie Cogan ganz am Schluss: «Amerika ist kein Land, sondern ein Geschäft.» Pitt alias Jackie Cogan will damit ausdrücken, dass die USA in erster Linie von wirtschaftlichen Interessen und nicht von Idealen, Verständnis oder Solidarität geleitet werden.
Der aktuelle Amtsinhaber Donald Trump versteht denn auch wie fast keiner seiner Amtsvorgänger Politik als Geschäft. Er benutzt seine präsidiale Macht jetzt eben zur Sicherung von wirtschaftlichen Vorteilen, indem sich die USA unter seinem Regnum zugunsten protektionistischer Massnahmen vom Freihandel zurückziehen. Als wirtschaftlich und militärisch mächtigste Nation kann sie dies ungestraft tun.
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Hätte man nicht gescheiter von Anfang an ein paar Unternehmer mit in die Verhandlungen geschickt, die andere Ansätze hätten einbringen können – Ansätze, die Trump versteht? Erst jetzt, wo der Mist praktisch geführt ist, zückt der Bundesrat eine «Mar-a-Lago-Crew» aus dem Ärmel, so der Übernahme von Schweizer Wirtschaftscracks mit Verbindungen in Trumps Machtnetz. Mar-a-Lago ist eine Anspielung auf Trumps Luxus-Golfresort in Florida. Hoffentlich haben diese Leute bei ihm einen bleibenderen Eindruck hinterlassen als die Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter. Von ihr sagte Trump nach dem Telefonanruf, er kenne sie nicht, obwohl die St. Gallerin bis dahin der Meinung war, sie habe einen Draht zum US-Präsidenten gefunden.
Zu guter Letzt stellt sich allerdings auch die Frage, was denn passiert wäre, wenn Keller-Sutter diesen verhängnisvollen Telefonanruf nicht getätigt hätte. Das werden wir leider nie erfahren.