Der AfD-Jungpolitiker Kevin Dorow bleibt trotz schwerer Vorwürfe Mitglied der Partei. Der AfD-Bundesvorstand entschied nach Anhörung des Chefs der Nachwuchsorganisation «Generation Deutschland», Jean-Pascal Hohm, das Ausschlussverfahren zurückzuziehen.
Im Gegenzug soll Dorow nach dem Willen der Parteiführung seine Funktionen als Beisitzer im Bundesvorstand der «Generation Deutschland» sowie im schleswig-holsteinischen Landesvorstand der AfD für zwei Jahre niederlegen. Sein Mandat als Vizefraktionschef im Kreis Rendsburg-Eckernförde kann er behalten. Damit setzt die Partei auf einen internen Kompromiss statt auf einen Ausschluss.
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Auslöser der Auseinandersetzung waren laut Spiegel-Bericht mehrere umstrittene Aussagen Dorows. Nach Angaben aus Parteikreisen ging es unter anderem um die Verwendung von Parolen mit Bezug zur NS-Zeit sowie um begriffliche Unterscheidungen wie «Passdeutsche» und «Volksdeutsche». Zudem soll Dorow das Remigrationskonzept des österreichischen Rechtsextremen Martin Sellner gelobt haben. Eine seiner Aussagen hatte die Staatsanwaltschaft veranlasst, eine Prüfung nach Paragraf 86a Strafgesetzbuch einzuleiten, der das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen betrifft.
Hohm bezeichnete den Entscheid als tragfähigen Kompromiss und sprach von einem «sehr guten Zeichen» für die Zusammenarbeit innerhalb der Partei. Dorow selbst erklärte, entscheidend sei für ihn, dass seine politische Arbeit fortgesetzt werden könne. Er wolle sich nun auf den Aufbau der Jugendorganisation und die Vorbereitung der nächsten Landtagswahl in Schleswig-Holstein konzentrieren.
Dorow war erst im November in den Vorstand der neugegründeten Jugendorganisation gewählt worden.