Die Stadt Venedig hat ein Aufenthaltsverbot gegen Greta Thunberg und 36 weitere Aktivisten ausgesprochen, berichtet die britische Zeitung The Daily Mail. Die Mitglieder von «Extinction Rebellion» hatten am Wochenende den Canal Grande mit einem grünen Farbstoff eingefärbt. Ziel der Aktion sei es gewesen, auf das aus ihrer Sicht klimapolitische Scheitern der COP30-Konferenz hinzuweisen.
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Begleitet wurde der Protest von einer Kundgebung in der Altstadt: Die Aktivisten, darunter auch Thunberg, trugen blutrote Gewänder und Schleier, hielten ein Banner mit der Aufschrift «Stop Ecocide» in die Kameras und zogen in einem Flashmob durch das touristische Zentrum.
Laut offizieller Stellungnahme der Gruppe war ein umweltverträglicher Farbstoff verwendet worden. Umweltstrafen wurden von den Behörden deshalb nicht verhängt. Ein Bussgeld von 150 Euro gegen Greta Thunberg wurde jedoch verhängt – wegen der unangemeldeten Aktion. Zudem wurde ein 48-stündiges Aufenthaltsverbot für alle 37 identifizierten Teilnehmer ausgesprochen.
Venedigs Regionalgouverneur Luca Zaia zeigte sich empört: «Diese Geste war respektlos gegenüber unserer Stadt, ihrer Geschichte und Zerbrechlichkeit. Dass Greta Thunberg daran teilgenommen hat, überrascht mich umso mehr. Es ging offensichtlich mehr um Selbstinszenierung als um Umweltbewusstsein», zitierte ihn die Daily Mail.
Die Aktion war Teil einer koordinierten Protestwelle in zehn italienischen Städten, darunter Turin und Mailand. Hintergrund war der Verlauf der Klimakonferenz in Belém, bei der sich die Delegierten nicht auf einen verbindlichen Ausstieg aus fossilen Energien einigen konnten. Laut «Extinction Rebellion» war Italien einer der Staaten, die ambitionierte Vorschläge gezielt blockiert hatten.