Nach nur drei Monaten Betrieb wird die unterirdische Toilettenanlage am Gerhart-Hauptmann-Platz in Hamburg wieder zugeschüttet. Die Sanierung hatte laut Spiegel rund zwei Millionen Euro gekostet. Laut Umweltbehörde und Stadtreinigung machten «erhebliche Anforderungen an die Baulogistik» und «widrige Umstände im Baufeld» eine Weiterführung des Projekts unmöglich.
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Die Anlage war bereits Anfang 2024 wegen eines Wasserschadens gesperrt worden. Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass die Bauausführung mangelhaft war. Die Stadt prüft nun Regressansprüche gegen die beauftragte Firma.
Der Bund der Steuerzahler kritisiert das Vorgehen scharf. Das Projekt war bereits im Schwarzbuch 2024 als Beispiel für Steuergeldverschwendung aufgeführt worden. Nun fordert der Verband Aufklärung, wie es zu dem Fehlschlag kommen konnte.
Die Fläche soll kurzfristig verfüllt und für Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt nutzbar gemacht werden. Langfristig plant die Stadt eine barrierefreie oberirdische «Toilette für alle». Das Projekt gilt inzwischen als Sinnbild gescheiterter Stadtplanung – und als Warnung für den Umgang mit öffentlichen Geldern.