Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sorgt mit seinem Iran-Klartext für politischen Streit. Im ZDF hatte er erklärt, dass Israel «die Drecksarbeit auch für uns» erledige, indem es Irans Atomprogramm militärisch angreife. Wie Bild berichtet, hagelte es Kritik von SPD, Grünen, Linken und auch aus den eigenen Reihen: CDU-Aussenminister Johann Wadephul distanzierte sich von der Wortwahl. Der SPD-Linke Ralf Stegner nannte die Aussage «sehr befremdlich».
BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE
Merz bleibt dennoch hart. Im Kanzleramt heisst es laut Bild, er sehe darin seine realpolitische Einschätzung zur Bedrohung durch das iranische Atomprogramm. CDU-Aussenpolitiker wie Jürgen Hardt und Roderich Kiesewetter verteidigen den Kanzler: Merz spreche aus, was Sache sei. Es gehe darum, dass Deutschland geschlossen hinter Israel stehe und den Iran eindämme, solange dieser Nuklearwaffen anstrebe und Israels Existenzrecht leugne.
Aus der CSU kommen Forderungen nach Konsequenzen im Inland: Landesgruppenchef Alexander Hoffmann verlangt, Teherans «Terroragenten» in Deutschland härter zu bekämpfen. Die neue Regierung werde islamistische Vereine und iranische Netzwerke stärker ins Visier nehmen.