Wie man sich täuschen kann.
Da dachte man, Mickymaus-Hefte stellten intellektuell keine grosse Herausforderung dar. Falsch, ganz falsch.
Offenbar werden hochkomplexe Satzkonstruktionen in die Sprechblasen gestopft. Mancher – ächz, stöhn, seufz – kommt da nicht mehr mit.
Gottlob gibt es eine Lösung: Der Egmont-Verlag – schepper, fiedel, täterä – bietet Donald Duck nun in «leichter Sprache» an.
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Vorbild ist die «Tagesschau», die ihre Zuschauer seit einiger Zeit so ähnlich anspricht wie Deutsche Ausländer mit kargen Sprachkenntnissen: «Du nix verstehen? Müssen Ohren aufsperren, ja!»
Gesprossen ist das Projekt «Leichte Sprache» auf einer grünen Spielwiese. Man will Migranten das Leben erleichtern, denn es geht nicht darum, ihre Fähigkeiten zu verbessern, sondern darum, einen allgemeinen Verdummungs-Nenner zu erreichen.
Ist alles schon mal dagewesen. Im Kaiserreich entwickelte Berlin grammatisch abgespecktes Kolonialdeutsch zur Kommunikation der weissen Herrenmenschen mit den dummen Negern. Aargh!
Nach der «Tagesschau» wandelt nun also auch Donald – grmpf, hgnh, knirsch – in rassistischen Fusstapfen.
Was soll man dazu sagen? Laber, schwafel, sülz.