Vor einigen Tagen titelte die deutsche Welt mit einem Augenzwinkern: «Die Prognosen waren korrekt – nur das Wetter hat nicht mitgespielt.» Tatsächlich wurde aus dem im Mai noch angekündigten «Höllensommer» und der «grossen Hitzeglocke» über Mitteleuropa nichts. Stattdessen erlebt die Schweiz bisher einen durchschnittlichen Sommer mit viel Niederschlag und eher mässigen Temperaturen.
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Dass die Sommermonate auch in Zeiten der Klimaerwärmung weiterhin wie in vergangenen Jahrzehnten ausfallen können, passt nicht ins Bild jener Warner, für die ein «normaler» Sommer gar nicht mehr möglich scheint. Für sie muss das Wetter einfach extrem sein. In Zürich Fluntern fielen laut Meteo Schweiz im Juli 158,3 Milliliter Regen, was 126 Prozent der üblichen Menge für diesen Monat entspricht. In Altdorf im Kanton Uri wurden sogar 281,1 Millimeter gemessen, was 199 Prozent des Durchschnittswertes entspricht. Man könnte meinen, dass die Natur in diesen Gebieten genug Wasser erhalten hat. Doch die aktuelle Gefahrenkarte von Meteo Schweiz zeigt, dass in den Kantonen Zürich, Schaffhausen und Uri aktuell Waldbrandgefahr Stufe 2 herrscht.
Wieso das so ist, erschliesst sich aus der Karte nicht. Man fragt sich: Wie viel muss es regnen, damit die Waldbrandgefahr gebannt ist? Ein Eindruck bestätigt sich aber: Es gibt wenige Bereiche des heutigen Lebens, die politisch weniger aufgeladen sind als das Klima und das Wetter – auch wenn dafür eine Waldbrandgefahr-Meldung im bisher nassen Sommer 2025 herhalten muss.