Die Besorgnis in der Bevölkerung über den Klimawandel ist in den letzten Jahren stark in den Hintergrund gerückt. Waren 2019 laut SRG-Wahlbarometer 42 Prozent der Meinung, dass das Klima zu den wichtigsten Herausforderungen der Schweiz gehöre, sind es heute noch gerade 27 Prozent. Das hindert linke Politiker und ihre zugewandten Elfenbeintürme natürlich nicht daran, weiterhin vor der Apokalypse zu warnen.
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Am Dienstag hat SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider gemeinsam mit Klimaforschern die neuen Klimaszenarien für die Schweiz präsentiert. Kurzfassung: Es wird weltweit immer heisser, trockener, nasser, aber in der Schweiz wird es noch heisser, noch trockener, noch nasser. «Die neuen Klimaszenarien verschaffen uns ein konkreteres Bild der klimatischen Veränderungen in der Schweiz für die nächsten Jahrzehnte», sagte die Vorsteherin des Innendepartements (EDI). Für die nächsten Jahrzehnte?
Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass Szenarien, Prognosen und «konkrete Bilder» aus dem EDI immer mit Vorsicht zu geniessen sind – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Während der Corona-Pandemie war das federführende Departement zwei Jahre lang im Blindflug unterwegs. Das Datenmanagement war unzureichend. Szenarien zur Entwicklung der Pandemie wurden erst veröffentlicht, als der ganze Spuk schon wieder vorbei war.
Unvergessen bleibt die fatale Falschprognose zur AHV. Im EDI war man nicht fähig, die Finanzierung des Sozialwerks auf nicht einmal zehn Jahre zu modellieren. Zeitweise waren die Rechnungen nicht mehr nachvollziehbar, weil die Prozesse und Dokumentationen mangelhaft waren. Das Prognoseprogramm für die Finanzperspektiven war statistisch-mathematisch von nur einer Person betreut worden. Und das gleiche Departement will uns nun weismachen, wie hoch die Schneefallgrenze und wie heiss es im Juni 2075 sein wird?