Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat seine Niederlage bei der Stichwahl um das Amt des Stadtoberhaupts eingeräumt. Dies geht aus seiner Erklärung am Wahlabend hervor. Reiter sagte: «Ich habe es verbockt», gratulierte seinem Herausforderer Dominik Krause (Grüne) zum Sieg und kündigte das Ende seiner politischen Laufbahn an. Nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen lag Krause mit gut 58 Prozent deutlich vor dem bisherigen Amtsinhaber.
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Lange war Reiter als klarer Favorit gehandelt worden. Im Verlauf des Wahlkampfs geriet er jedoch unter Druck, nachdem bekannt geworden war, dass er über Jahre hinweg Geld vom FC Bayern München für eine Tätigkeit im Verwaltungsbeirat erhalten hatte. Diese Nebentätigkeit hatte er nicht vom Stadtrat genehmigen lassen, obwohl dies erforderlich gewesen wäre.
Reiter räumte später Fehler ein und legte sowohl sein Mandat im Verwaltungsbeirat als auch einen kurz zuvor übernommenen Posten im Aufsichtsrat nieder. Die Affäre belastete seinen Wahlkampf erheblich. Bereits im ersten Wahlgang am 8. März hatte Reiter mit 35,6 Prozent zwar vor Krause gelegen, jedoch deutliche Verluste im Vergleich zu 2020 verzeichnet. Ein Teil seines Vorsprungs wurde auf Briefwähler zurückgeführt, die ihre Stimmen vor Bekanntwerden der Affäre abgegeben hatten.