Einmal sassen sie noch zusammen. Sie trafen sich bei Paradise Cove, einem Strandabschnitt am Pacific Coast Highway in Malibu. Diesen versöhnlichen Moment mit den verbliebenen Ur-Beach-Boys Brian Wilson, Mike Love und Al Jardine hielt Frank Marshall letztes Jahr für einen Dokumentarfilm über die Band fest.
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Paradise Cove war auch der Ort, wo das Coverbild des ersten Albums der Beach Boys, «Surfin’ Safari» (1962), entstand. Mit dabei waren damals noch Dennis und Carl Wilson, am 11. Juni starb nun auch der älteste der Wilson-Brüder, Brian, 82-jährig. Er war das musikalische Hirn der Gruppe. Bis ins hohe Alter – und trotz Demenz – komponierte er solo und im stillen Kämmerlein Musik der Sonderklasse.
In den sechziger Jahren schufen Wilson und die Beach Boys den Sound der südkalifornischen Jugend und steckten ganz Amerika, wenn nicht die ganze Welt, mit diesem Lebensgefühl an. Wilson experimentierte mit den Surfmelodien der Sandstrand-Bohemians und machte daraus prickelnde Popsongs: «Surfin’ USA», «California Girls», «I Get Around». Das Golden-Sonnige verschmolz er mit bahnbrechenden Harmonien und musikalischer Tiefe: «Good Vibrations»!
Sein Geniestreich gelang ihm 1966 mit «Pet Sounds». Diese Platte inspirierte die Beatles ein Jahr später zu «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band». Der Mozart der Hippiezeit kam aus Kalifornien.