Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Mordfall Charlie Kirk: Über Dunja Hayali und die Abgründe einer angeblich so offenen Gesellschaft, die Verständnis für den Mord an politischen Gegnern zeigt

Charlie wer? Der Name Kirk ist einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland durch den gleichnamigen Käpt’n aus der Serie «Raumschiff Enterprise» bekannt. Mancher mag auch noch an den Schauspieler Kirk Douglas denken. Der christlich-konservative Influencer und Trump-Unterstützer Charlie Kirk spielte bislang keine Rolle. Seine Ermordung und vor allem die Reaktionen darauf provozieren allerdings düstere Vorahnungen.

HANNES P ALBERT / KEYSTONE
Mordfall Charlie Kirk: Über Dunja Hayali und die Abgründe einer angeblich so offenen Gesellschaft, die Verständnis für den Mord an politischen Gegnern zeigt
HANNES P ALBERT / KEYSTONE

Während in den USA selbst über alle Lagergrenzen hinweg auch nicht der Hauch eines Zweifels daran aufkommt, dass politischer Mord indiskutabel ist, mischen sich in Deutschland verstörende Töne in die öffentliche Debatte, die für Vernichtung und Verfolgung bestimmter Meinungen zumindest Verständnis zeigen. «Tod eines Brandstifters» titelte der Berliner Tagesspiegel, wobei schon «Tod» den nicht ganz zutreffenden Eindruck erweckt, Kirk sei einfach nur gestorben. Dass ein «Brandstifter» nicht sonderlich vermisst wird, versteht sich ebenfalls von selbst.

Bestes Beispiel für einen verstehenden Ungeist ist die Anmoderation von Dunja Hayali in der ZDF-Hauptnachrichtensendung «Heute-Journal». O-Ton: «Dass es nun Gruppen gibt, die seinen Tod feiern, ist mit nichts zu rechtfertigen. Auch nicht mit seinen oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen. Offensichtlich hat der radikal-religiöse Verschwörungsanhänger aber auch genau damit einen Nerv getroffen.»

Hier ist nur knapp, raffiniert verwinkelt und alles andere als originell die Rechtfertigung für den Abschuss des Trump-Freundes salvatorisch verbrämt. Man könnte das als einzelne Entgleisung abtun, wenn dahinter nicht die Weltsicht eines ganzen politischen Lagers hervorscheinen würde, das sich selbst als Verkörperung der offenen Gesellschaft schlechthin, umgangssprachlich gern «unsere Demokratie» genannt, betrachtet und sich berechtigt sieht, politische Gegner regelrecht zu vernichten.

Der Mord an Charlie Kirk lässt umso düsterere Ahnungen aufsteigen, als es zu den tiefen Überzeugungen dieses Milieus gehört, mit «Rechten» keinen Diskurs zu führen, sich also auch keinen erklärenden Versuchen des Brückenbaus auszusetzen. Der Konsens, dass der Tod eines Menschen kein Grund zur Freude ist, existiert nicht mehr. Im Gegenteil: Wer einen bestimmten weltanschaulichen Kanon (pro LGBTQ, pro Gaza, pro Abtreibung, anti Trump, pro Kapitalismuskritik …) nicht teilt, wird im Sinne des inflationär gebrauchten Prädikats «Nazi» zu einem Endgegner erhoben, gegen den jegliches Mittel einzusetzen gerechtfertigt ist.

Noch ist dies eine atmosphärische Wahrnehmung. Linksextreme Erscheinungen wie etwa die Leipziger «Hammerbande», die auf eigene Faust vermeintliche Rechte gejagt hat, lassen nichts Gutes ahnen. Dass Spitzenpolitiker der Grünen wie Katrin Göring-Eckardt den «Hammerbanditen» Maja T. im Budapester Gefängnis besuchen und sich solidarisch erklären, zeigt, dass Radikalisierung auch in Deutschland auf dem Vormarsch ist.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.