Die Bundesregierung finanziert mit rund vier Millionen Euro queere Filmprojekte in Afrika. Das Geld stammt aus dem Etat für «Kultur und Entwicklung» des Entwicklungsministeriums und soll laut Apollo News dazu beitragen, LGBTQI+-Themen im globalen Süden sichtbarer zu machen.
Laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zielen die geförderten Projekte darauf ab, «Marginalisierung und Diskriminierung entgegenzuwirken» – auch in Ländern, in denen Homosexualität strafbar ist. In Ghana etwa gelten gleichgeschlechtliche Beziehungen als tabu und sind teilweise gesetzlich verboten.
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Trotzdem wird in der Hauptstadt Accra ein queeres Filmprojekt mit deutschen Steuergeldern unterstützt. Die Partner setzen laut BMZ bewusst auf «transkulturellen Dialog» und künstlerischen Ausdruck, um zur «sozialen Inklusion» beizutragen.
Die Förderung sorgt jedoch für Kritik. Auch in Deutschland stellen Oppositionspolitiker die politische Priorität in Frage. Angesichts von Problemen wie Armut, Hunger oder schlechter Infrastruktur sei der Fokus auf Identitätspolitik in autoritär oder religiös geprägten Staaten «wenig sensibel und realitätsfern».
Das BMZ verteidigt das Vorhaben. Ziel sei nicht Bevormundung, sondern die Stärkung zivilgesellschaftlicher Gruppen. Die Wirkung der Projekte soll künftig evaluiert werden.