Ein 33-jähriger Kita-Betreuer soll in Einrichtungen in Winterthur und Bern mindestens fünfzehn Kleinkinder sexuell missbraucht haben. Laut Anklage geschahen die mutmasslichen Taten während der Arbeitszeit und hinter verschlossenen Türen.
Gemäss Staatsanwaltschaft arbeitete der Beschuldigte als Gruppenleiter und war regelmässig allein mit Kindern im Alter von ein bis vier Jahren. In Schlafräumen, Gruppenräumen und Toiletten soll er die Kinder über mehrere Minuten hinweg missbraucht haben.
© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
Bereits im Sommer 2022 geriet der Mann in Winterthur unter Verdacht, nachdem ein mutmasslicher Übergriff auf eine Vierjährige gemeldet worden war. Das Verfahren wurde jedoch mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Der Betreuer verlor seine Stelle, konnte später aber in einer Kita in Bern weiterarbeiten. Auch deshalb, weil frühere Arbeitgeber aufgrund von Verschwiegenheitspflichten keine belastenden Angaben gemacht hatten.
Neue Ermittlungen wurden im Sommer 2024 aufgenommen, als der Beschuldigte wegen mutmasslicher Kinderpornografie ins Visier der Behörden geriet. Dabei stellten Ermittler über 800 Bilder und Videos sicher, darunter auch Aufnahmen aus Betreuungseinrichtungen.
Während die betroffenen Kitas erklärten, es habe keine Hinweise auf Missbrauch gegeben, zeichnet die Anklageschrift ein anderes Bild: Kinder hätten sich beim Wickeln gewehrt, Entzündungen im Intimbereich gezeigt oder mutmassliche Übergriffe nachgespielt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem Schändung, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und sexuelle Handlungen mit Kindern vor.
Mehr zum Thema Fremdbetreuung lesen Sie in der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe der Weltwoche: «Vor Kinderkrippen wird gewarnt».