Die Auslandsreise mehrerer AfD-Abgeordneter aus Sachsen-Anhalt in die Vereinigten Staaten sorgt für scharfe Kritik im Magdeburger Landtag. Insgesamt rund zwanzig Vertreter der Partei, darunter auch Bundestagsabgeordnete, nehmen an einer Reise teil, die Treffen mit US-Republikanern sowie offizielle Termine in New York und Washington umfasst – finanziert aus öffentlichen Mitteln, berichtet die Welt.
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«Das ist ein unglaublicher Missbrauch an Steuergeldern, der nicht sein darf», erklärte Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende der Linken. Die Reise diene nicht der Landespolitik, sondern sei Teil einer internationalen Vernetzungsstrategie, die gezielt gegen demokratische Strukturen gerichtet sei. «Hier wird nicht für das Wohl der Menschen gearbeitet, sondern an internationalen Netzwerken geschmiedet, die unsere Demokratie schädigen sollen.»
Auch aus den Reihen der Grünen kommt Kritik. Der parlamentarische Geschäftsführer Olaf Meister warf der AfD vor, sich freiwillig in die Nähe politischer Kräfte zu begeben, «die Europas Zusammenhalt schwächen wollen». Die Reise sei keine parlamentarische Vernetzung, sondern eine «politische Inszenierung».
Teilnehmer der Delegation aus Sachsen-Anhalt sind unter anderem die Fraktionsvizes Hans-Thomas Tillschneider, Gordon Köhler und Matthias Büttner sowie der parlamentarische Geschäftsführer Tobias Rausch. Laut AfD dient der Aufenthalt dem «Kontaktaufbau, der Pflege und Intensivierung politischer Beziehungen». Neben Gesprächen beim deutschen Generalkonsulat und bei der UN-Vertretung sind Treffen mit dem New York Young Republican Club und der US-Kongress-Abgeordneten Anna Paulina Luna vorgesehen. Letztere erklärte auf X, sie sei «geehrt», Vertreter der AfD zu treffen, deren Ziel sei, «die Beziehungen zwischen unseren Regierungen zu stärken».
Die Union sprach mit Blick auf die Reise von «Anti-Deutschland-Diplomatie». Die Weltwoche berichtete.