Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat den Vorstoss von Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) zur Zusammenlegung von Bundesländern entschieden zurückgewiesen. «Dieses Land wird weiterhin im Reigen aller sechzehn Bundesländer mitspielen», sagte Haseloff in Halle in Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz. Sachsen-Anhalt werde es «auch in den nächsten Jahrzehnten, was sage ich, Jahrhunderten geben».
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Söder hatte zuvor vorgeschlagen, die Zahl der Bundesländer von sechzehn auf zehn zu reduzieren. «Grössere Einheiten sind erfolgreicher als kleinere», sagte der CSU-Chef auf einer Parteiveranstaltung. Haseloff erklärte dazu bereits am Dienstag knapp, er halte davon «nichts».
In Halle begründete Haseloff seine Ablehnung mit der wirtschaftlichen und energiepolitischen Eigenständigkeit seines Landes. Sachsen-Anhalt verfüge über ein Kohlekraftwerk und ausreichend erneuerbare Energie. Zugleich verwies er auf ein Bundesland im Süden, das «beim Strom in einer sehr kritischen Situation ist und fremdversorgt werden muss». Seine rhetorische Frage lautete: «Was machen wir mit so einem Land?»
Haseloff spielte zudem auf historische Grenzen an. Das frühere Kurfürstentum Sachsen habe bis weit ins heutige Franken gereicht. «Ich schlage vor, diese alten Beziehungen wiederherzustellen», sagte der CDU-Politiker.
Rückendeckung erhielt Haseloff aus Thüringen. Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) erklärte, ohne Thüringen hätte es Bayern «in dieser Form, das Oktoberfest oder auch BMW heute gar nicht gegeben».