Mehrere Bundesminister sagen ihre Teilnahme an der exklusiven «Executive Night» im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels ab. Anlass ist eine Recherche von Apollo News, die dem Veranstalter Wolfram Weimer – Kulturstaatsminister und Mitinhaber der Weimer Media Group – vorwirft, mit dem Zugang zu Spitzenpolitikern kommerziell zu werben.
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Die «Executive Night» wird als «legendäre Mächtigenrunde» vermarktet, in der «vertrauliche Informationen» zwischen Politik und Wirtschaft ausgetauscht würden. Zugänge kosten bis zu 80.000 Euro. Laut Veranstalter soll dort der Dialog mit Ministern ermöglicht werden – allerdings ohne namentliche Nennung. Die Weltwoche berichtete.
Nach der Veröffentlichung erklärten Kanzleramtsminister Thorsten Frei, Landwirtschaftsminister Alois Rainer und Forschungsministerin Dorothee Bär dem Portal Apollo News, dass sie zwar auf dem Gipfel sprechen würden, aber an der «Executive Night» nicht teilnehmen. Ein Sprecher Rainers betonte: «Der Bundesminister wird lediglich eine Rede auf dem Gipfel halten.» Ähnlich äusserten sich auch die anderen Ministerien. Die NZZ hatte zuerst über den Rückzug berichtet.
Dabei war die Abendveranstaltung offenbar gezielt mit der angekündigten Teilnahme dieser Regierungsmitglieder beworben worden. Auf der Internetseite des Ludwig-Erhard-Gipfels werden derzeit vier Kabinettsmitglieder für 2026 als Redner gelistet – neben den drei Genannten auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Aus ihrem Haus heisst es jedoch: «Es liegt keine Zusage für den Ludwig-Erhard-Gipfel vor.»