Karl Lauterbach soll als Gesundheitsminister Milliarden an Steuergeldern verschwendet haben – das berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Grund seien verschleppte Vergleiche mit Maskenlieferanten und überflüssige Bestellungen von Impfstoffen und Medikamenten, teils lange nach dem Ende der akuten Pandemie. Allein durch Verzugszinsen und Anwaltskosten entstanden über 600 Millionen Euro, weitere 2,3 Milliarden drohen in laufenden Verfahren.
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Trotz sinkender Nachfrage bestellte Lauterbach bis 2024 weiterhin grosse Mengen Impfstoff. Am Ende mussten 200 Millionen Dosen entsorgt werden. Auch das Covid-Medikament Paxlovid wurde millionenfach eingekauft – 430.000 Packungen im Wert von mindestens 280 Millionen Euro wurden ungenutzt vernichtet.
Der Bundesrechnungshof kritisiert fehlende Rückstellungen und intransparente Aktenführung. Auffällig sei, dass viele Dokumente nachträglich als geheim eingestuft worden seien. Hinweise auf eine Entspannung der Lage ignorierte Lauterbach – und investierte weiter Milliarden.
Obwohl sich ein Bundestagsausschuss derzeit mit der Maskenpolitik von Jens Spahn beschäftigt, bleibt Lauterbachs Rolle bislang aussen vor. Die NZZ zieht jedoch eine klare Bilanz: Die Verschwendung unter dem SPD-Minister steht der seines Vorgängers in nichts nach.