Dass die Migros in einer Krise steckt, ist seit Monaten bekannt. Viele Bereiche wie Hotelplan, SportX, Bikeworld, Melectronics, Do it + Garden wurden inzwischen verkauft.
Sparen ist angesagt beim Grossverteiler. Dass die geplante 100-Jahr-Feier trotz schlechtem Geschäftsgang durchgeführt wurde, ist zwar verständlich – aber warum sie gleich zwei Tage dauern musste, gibt zu denken.
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Und obwohl die aktuellen Schwierigkeiten dieses Schweizer Traditionsunternehmen jedem Kunden täglich vor Augen gehalten werden, da viele Regale nicht mehr gefüllt sind, sondern gewisse Produkte wochenlang fehlen, erreicht einen nun die nächste überraschende Botschaft.
Die Migros hat offenbar in ein neues Parkregime investiert, das sukzessive national eingeführt wird. Die gute alte Schranke hat ausgedient, stattdessen kommen Kameras zum Einsatz. Die Migros nennt das «schrankenloses Parkieren» – und verspricht weniger Wartezeiten.
Das Autokennzeichen wird bei der Einfahrt und bei der Ausfahrt gescannt, dazwischen läuft die Parkuhr. Die Art der Bezahlung kann auf drei verschiedene Arten funktionieren. Wer, wie gewohnt, am Automaten zahlen will, muss neu das Autokennzeichen eintippen.
Der Datenschutz habe aber, so schreibt die Migros in einem Communiqué, oberste Priorität, denn alle Daten würden nach der Bezahlung innerhalb von 48 Stunden gelöscht. Zudem betreibe die Migros die Parkings nicht selber, eine externe Firma sei damit beauftragt.
Na ja.
Ob sich mit diesem Investment das Vertrauen der Kundschaft in die Migros zurückbringen lässt, ist eine andere Geschichte.