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Mexikos meistgesuchter Drogenboss «El Mencho» tappte in eine Liebesfalle. Sein Tod markiert eine Trendwende im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.

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Mexikos meistgesuchter Drogenboss «El Mencho» tappte in eine Liebesfalle. Sein Tod markiert eine Trendwende im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.
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Lima

Noch vor wenigen Wochen versicherte Mexikos linke Präsidentin Claudia Sheinbaum, dass es unter ihrer Regierung niemals einen «Krieg gegen die Drogenkartelle» geben werde. Sie folgte damit der Devise ihres Vorgänger López Obrador: «Abrazos, no balazos» – «Umarmungen statt Kugeln», in freier Übersetzung.

Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho», der Boss des mächtigen Jalisco-Kartells, war ein leuchtendes Beispiel für das Appeasement. Seit fünfzehn Jahren treibt er sich ungestraft im Hochland um die Stadt Guadalajara herum. Dort hat der Gangster seinen eigenen Staat im Staat aufgebaut, mit einer schlagkräftigen Privatarmee, die über Panzerfahrzeuge und moderne Raketenwerfer verfügt.

Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Strassenszene in Tapalpa, Mexico.
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Die Militäraktion gegen «El Mencho» straft Sheinbaums Friedensversprechen Lügen. Das war kein zufälliger Glückstreffer gegen einen seit Jahren zur Verhaftung ausgeschriebenen Top-Gangster. In Zusammenarbeit mit US-Behörden hatten mexikanische Sondereinheiten den Coup gegen den meistgesuchten Verbrecher Nordamerikas über Wochen vorbereitet.

Die Regierungstruppen nutzten einen Ausflug von «El Mencho» aus seinem Territorium für ein diskretes Schäferstündchen mit einer Liebhaberin für den Zugriff. Offenbar gelang dem Gangster vorweg die Flucht, auf der er zusammen mit sieben Leibwächtern am Sonntag erschossen wurde. Erschossen wurde in einer separaten Aktion auch der Finanzchef des Jalisco-Kartells.

US-Präsident Trump hat in den letzten Monaten nicht nur den Druck auf die mexikanischen Kartelle, die er zu «terroristischen Organisationen» erklärt hat, sondern auch auf die mexikanische Regierung sukzessive erhöht. Osegueras Bruder Antio (alias «Tony Montana») wurde kürzlich an die USA ausgeliefert, wo seine Tochter (alias «La Negra») und seine Frau (alias «La Jefa») bereit früher wegen Geldwäscherei verurteilt worden waren. Gemäss Wall Street Journal wurden in der Amtszeit von Sheinbaum rund hundert in Mexiko verurteilte Narcos an die USA ausgeliefert.

Die «Politik der Umarmung» ist definitiv gescheitert. In bestimmten Gegenden von Mexiko beläuft sich die Mordrate auf die Horrorzahl von 100 Toten pro 100.000 Einwohner. Allein im letzten Jahr wurden 127.000 Menschen als vermisst gemeldet. Die Drogenkartelle, die von Entführungen bis zur Schutzgelderpressung in allen denkbaren kriminellen Sparten agieren, sind eben doch nicht primär ein Problem der «Gringos», sondern vorweg eine Plage im eigenen Land.

Claudia Sheinbaums diskreter Gesinnungswandel dürfte allerdings nicht nur auf Trumps Druck zurückzuführen sein. In El Salvador hat Präsident Najib Bukele bewiesen, dass der Staat die organisierte Kriminalität durchaus eindämmen kann, wenn er nur will. Unter seinem rabiaten Regime wurde El Salvador innerhalb weniger Jahre vom gefährlichsten zum sichersten Land auf dem amerikanischen Kontinent. Bukele ist in allen Ländern zwischen dem Rio Grande und Feuerland gemäss allen Umfragen der mit Abstand populärste Präsident Lateinamerikas. Das dürfte auch Claudia Sheinbaum nicht entgangen sein. Ihre sozialistischen Freunde in Kuba und Venezuela kämpfen derweil ums Überleben, in Argentinien, Bolivien und Chile wurden sie durch Wahlen weggefegt.

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