Ein Jahr nach dem tödlichen Messerangriff beim «Fest der Vielfalt» in Solingen hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht den Täter Issa al-Hasan zu lebenslanger Haft mit anschliessender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Der syrische Asylbewerber hatte am 23. August 2024 drei Menschen getötet und acht weitere verletzt, vier davon lebensgefährlich. Das Gericht stellte besondere Schwere der Schuld fest – der 27-Jährige wird die Justizvollzugsanstalt voraussichtlich nie mehr verlassen, berichtet die NZZ.
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Hasan hatte vor der Tat ein Bekennervideo aufgenommen, in dem er dem «Kalifen» des Islamischen Staats die Treue schwor. Die Tat sei ein Racheakt für das Vorgehen der «Zionisten» in Gaza gewesen. Das Video veröffentlichte er auf Instagram. Der Mann stach seinen Opfern mit einem 16 Zentimeter langen Messer gezielt in den Hals – das Gericht sah darin das Mordmerkmal Heimtücke erfüllt.
Obwohl sein Asylantrag in Deutschland abgelehnt worden war, kam es nicht zu einer Rückführung nach Bulgarien, wo Hasan zuerst registriert worden war. Ein erster Abschiebeversuch scheiterte, weitere wurden nicht unternommen. Nach sechs Monaten übernahm Deutschland im Rahmen des Dublin-Verfahrens automatisch die Zuständigkeit. Hasan erhielt sogar eine Arbeitserlaubnis.
Das Gericht sprach den Täter neben Mord in drei Fällen auch des versuchten Mordes in zehn Fällen sowie der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig. Zusätzlich muss er Schmerzensgeld in Höhe von 360.000 Euro an die Opfer zahlen.
Das Attentat gilt als einer der schwersten islamistischen Anschläge der letzten Jahre in Deutschland.