Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Messerverbot, Antisemitismus-Verbot: Deutschland versucht seine Probleme mit einer Flut von Gesetzen zu bewältigen – warum das nichts bringt, zeigen Mannheim und eine Berliner Hochschule

Deutschland, Land der Paragrafen. So ist in den Paragrafen 963 und 964 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) das Vermischen beziehungsweise das Vereinigen von Bienenvölkern geregelt. Das heisst, selbst Insekten haben sich hier an Recht und Gesetz zu halten. Wo kämen wir da hin?

Messerverbot, Antisemitismus-Verbot: Deutschland versucht seine Probleme mit einer Flut von Gesetzen zu bewältigen – warum das nichts bringt, zeigen Mannheim und eine Berliner Hochschule

Auch Hochschulen berufen sich auf geduldige Paragrafen. Zum Beispiel Paragraf 5 des Berliner Hochschulgesetzes. Laut dieser juristischen Finesse verpflichten sich die Universitäten, Diskriminierungen zu verhindern – auch solche wegen einer «antisemitischen Zuschreibung».

Da haben Juden in Deutschland Glück gehabt, dass Hass gegen sie verboten ist. Leider hält sich dann doch nicht jeder Bundesbürger an Gesetze, die Politiker erfinden. Das erfuhr auch der jüdische Student Lahav Shapira. Shapira wurde an der Freien Universität Berlin angegriffen und verklagte daraufhin die Hochschule. Diese habe zugelassen, «dass antisemitische Sprache sich zu Taten konkretisiert hat». Nach diesem Standard müssten die meisten deutschen Hochschulen verklagt werden.

Deutschland, Land der Symbolpolitik. Als selbst Nancy Faeser ob der Messerattacken nicht mehr schweigen konnte, schlug die deutsche Innenministerin vor, einfach Messer zu verbieten. Problem gelöst. Warum ist man darauf nicht früher gekommen? Hätte man im Dritten Reich einfach Judenhass verboten, wäre es auch nicht zum Holocaust gekommen. Manchmal kann es so einfach sein.

Als Konsequenz aus Shapiras Klage beabsichtigt der Berliner Senat, eine Verschärfung des Hochschulgesetzes umzusetzen. Berliner Juden sind sich sicher, dass diese Massnahme den Antisemitismus in der Hauptstadt endlich wirksam bekämpfen wird.

Deutschland, Land der symbolischen Paragrafen. Politiker glauben, dass Worte ohne Taten irgendjemandem helfen. Doch Reden ohne Handeln bleibt Unrecht. Das durften auch die Bienen im Sinne von Paragraf 963 BGB erkennen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.