Die Bundesregierung prüft die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Dies berichtet das Handelsblatt. Demnach könnten bislang beitragsfrei Mitversicherte künftig rund 225 Euro im Monat zahlen.
Konkret sollen etwa 200 Euro auf die Kranken- und 25 Euro auf die Pflegeversicherung entfallen. Ausnahmen seien für Personen mit Kindern unter sechs Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen vorgesehen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
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Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte die Pläne nicht. Ministerin Nina Warken wolle die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit abwarten. Anschliessend solle ein «ausgewogenes Gesamtpaket» vorgelegt werden, teilte das Ministerium mit.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte das Vorhaben scharf. Vorstandsmitglied Anja Piel sagte, dies sei ein «Frontalangriff auf Millionen Familien» und gehe «wieder zu Lasten der Frauen». Die Mitversicherung sei ein «Kernelement unseres solidarischen Gesundheitssystems».
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung GKV verwies hingegen auf steigende Ausgaben. Sprecher Florian Lanz sagte laut Bericht, die Kassen gäben täglich über eine Milliarde Euro aus.
Nach GKV-Angaben sind rund 15,7 Millionen Angehörige mitversichert, darunter etwa 2,46 Millionen Ehe- und Lebenspartner. Die Reform könnte laut Bericht Milliardenbeträge einbringen.