Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Wiedereröffnung der Synagoge in der Reichenbachstrasse in München mit einer emotionalen Rede überrascht. «Wir schulden unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Versprechen, das ‹Nie wieder› als unser aller historische Pflicht mit Leben zu füllen», sagte Merz – sichtlich bewegt und mit tränenerstickter Stimme, berichtet Euronews. Es sei seine Pflicht, «als Deutscher, als Kind der Nachkriegsgeneration» Verantwortung zu übernehmen.
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Die Synagoge war 1938 während der Pogromnacht verwüstet und später als Lagerhalle zweckentfremdet worden. Die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander, selbst Kind von Holocaust-Überlebenden, hatte sich gemeinsam mit Ron C. Jakubowicz seit 2013 für den originalgetreuen Wiederaufbau eingesetzt. Finanziert wurde das Projekt je zu einem Drittel vom Bund, vom Freistaat Bayern und von der Stadt München.
Merz ehrte Salamander als Symbol des jüdischen Neubeginns in Deutschland. Die Eröffnung sei nicht nur ein kulturelles, sondern ein politisches Signal. «Der Antisemitismus ist so gross wie seit 1945 nicht mehr», warnte Salamander in ihrer eigenen Rede.
Die ganze Rede von Kanzler Friedrich Merz sehen Sie hier: