Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den Krieg der USA und Israels gegen Iran als Teil eines gefährlichen Trends militärischer Interventionen kritisiert. «Einseitige Eingriffe ausserhalb des Völkerrechts nehmen zu», sagte Meloni am Mittwoch im italienischen Senat. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Die Regierungschefin äusserte sich vor dem Parlament zur Lage im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran dauert inzwischen seit zwölf Tagen an. Nach Angaben von Reuters hat der Krieg in der Region den Fluss von rund einem Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen unterbrochen.
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Meloni stellte den Konflikt in einen grösseren geopolitischen Zusammenhang. «In diesem Kontext einer strukturellen Krise des internationalen Systems, in dem die Bedrohungen immer beängstigender werden und einseitige Eingriffe ausserhalb des Völkerrechts zunehmen, müssen wir auch die amerikanische und israelische Intervention gegen das iranische Regime einordnen», sagte sie.
Zugleich betonte Meloni, dass Iran keine Atomwaffen entwickeln dürfe. Ein solcher Schritt würde den internationalen Rahmen der nuklearen Nichtverbreitung beenden und «dramatische Auswirkungen auf die globale Sicherheit» haben. Europa und Italien wären dadurch einer möglichen nuklearen Bedrohung aus Teheran ausgesetzt, sagte die Ministerpräsidentin.
Nach Angaben der Regierung unterstützt Italien zudem mehrere Golfstaaten mit Luftverteidigungssystemen. Diese Länder waren zuletzt Ziel iranischer Angriffe geworden.