Die Europäer blicken zunehmend düster auf ihre Zukunft. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens FGS Global in 23 EU-Ländern glauben 63 Prozent, dass die «besten Jahre hinter uns» liegen. Noch deutlicher fällt der Pessimismus mit Blick auf kommende Generationen aus: 77 Prozent sind überzeugt, dass das Leben für ihre Kinder härter wird.
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Die Ergebnisse, die exklusiv dem Portal Politico vorliegen, zeichnen ein weitverbreitetes Misstrauen gegenüber den politischen Institutionen. In 76 Prozent der Antworten heisst es, dass die Demokratie im eigenen Land im Niedergang sei. Besonders negativ fallen die Werte in Ländern wie Rumänien (91 Prozent), Griechenland (88 Prozent) und Bulgarien (86 Prozent) aus. Nur in Polen, Litauen und Dänemark ist die Stimmung deutlich positiver – offenbar, weil dort laut Studienautor Craig Oliver «Führung und Wandel wahrgenommen» würden.
Die Ablehnung gegenüber US-Präsident Donald Trump ist ebenfalls weitverbreitet. Bereits vor dessen jüngstem Vorstoss zur Aneignung Grönlands sahen rund zwei Drittel der Befragten seine Rolle in Bezug auf die globale Wirtschaft (69 Prozent), Frieden und Sicherheit (64 Prozent) sowie die eigene nationale Lage (64 Prozent) negativ. Ein möglicher Nobelpreis für Trump wird klar verworfen: 77 Prozent sprechen sich dagegen aus.
Gleichzeitig wünschen sich die Europäer mehr Durchsetzungsfähigkeit: 71 Prozent finden, ihre Länder sollten «stärker nationale Interessen vertreten – auch wenn das zu Reibungen mit anderen Staaten führt». 57 Prozent fordern höhere Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit.