Eine Mehrheit der Deutschen bewertet die Beschäftigung von Angehörigen innerhalb der AfD kritisch. Laut einer Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung halten 57 Prozent der Befragten die Anstellung von Verwandten durch AfD-Abgeordnete für problematisch, 28 Prozent sehen darin kein Problem. 15 Prozent machten keine Angabe.
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Hintergrund sind mehrere bekannt gewordene Fälle, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei Parteifreunden angestellt wurden. Auch AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla bestätigte, dass in seinen Bürgerbüros die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Robert Kuhnert beschäftigt ist.
In Sachsen-Anhalt wurde zudem bekannt, dass der Vater des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bei einem Parteifreund beschäftigt ist. Siegmund verteidigte die Praxis auf der Plattform X: Man wolle Leute gewinnen, denen man vertrauen könne, solange rechtsstaatliche Kriterien gewahrt blieben.
Auch innerhalb der AfD wächst die Kritik. Der Thüringer Landesvorsitzende Stefan Möller forderte schärfere Verhaltensregeln. Der Anspruch der AfD sei es gewesen, «sauberer zu agieren als die anderen Parteien».
Ob die Vorwürfe der Partei schaden, sehen die Befragten unterschiedlich: 41 Prozent bejahten dies, 39 Prozent verneinten es.