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Mehr Debakel geht nicht: Filippo Leutenegger und Mario Fehr wollten sich mit der Rad-WM in Zürich ein Denkmal setzen. Jetzt muss der Steuerzahler Millionen für diesen crazy Event nachschütten

Dieser Text erschien zuerst auf dem Onlineportal Inside Paradeplatz.

Rad-WM: Mehr Debakel geht nicht

Es war ein Anlass, der sauber aufgehen sollte. Neunzehn Millionen Einnahmen, neunzehn Millionen Ausgaben.

Alles rund. So wie das Velo.

Jetzt geht die Rad-WM von Zürich als grösstes Debakel der jüngeren Event-Geschichte in die Annalen ein. Statt neunzehn Millionen gaben die Verantwortlichen 23,5 Millionen aus.

© KEYSTONE / WALTER BIERI
Der Zuercher Stadtrat Filippo Leutenegger, links, und Regierungsrat Mario Fehr, rechts, strahlen mit einem Rennrad in Zuerich am Donnerstag, 14
© KEYSTONE / WALTER BIERI

Eine Abweichung um knapp ein Viertel. 24 Prozent.

Wie geht das? Ganz einfach, Filippo fragen. Und Mario.

Die zwei machten Millionen für den Anlass frei. Die Stadt, in der Filippo Leutenegger Sportstadtrat ist – zuerst acht und dann als Nachtrag nochmals zwei Millionen.

Vom Kanton, bei dem Mario Fehr Polizei und Sicherheit führt, waren es anfänglich drei und später weitere zwei Millionen.

Total also zehn «Kisten» von Filippo und fünf von Mario. Mit weiteren fünf Millionen aus Bern von der nationalen Bühne her kommt man auf zwanzig Millionen.

Eigentlich mehr als genug: Die Radpromotoren rechneten ja mit neunzehn Millionen als Ausgabe-Maximum. Es habe halt geregnet, dann habe man schlechte Presse gehabt wegen abrasierter Verkehrsinseln und so.

Ein Witz. Entscheidend war allein das Publikumsinteresse. Das tendierte gegen null.

Ausser an zwei Renntagen: Ganz am Anfang beim Zeitfahren, ganz am Schluss beim Einzelrennen, beide Male Männer, mit den spektakulären Aufstiegen am Zürichberg und in Witikon.

Der Rest: nur für die Trainer, Masseure und Angehörigen. Volle Hotels, massenhaft Souvenir-Umsätze? Nix. Nada.

Gut drei Millionen kamen vom «Markt», sprich den Wurstbuden und sonstigen Ständen, an den neun Renntagen herein. Nicht einmal 350.000 Fränkli pro Tag.

Ein Desaster, wie es selten vorkommt. Schuld? Verantwortung?

Nö. Wozu auch? Es sei «bedauerlich, dass die Rechnung nicht aufgegangen» sei, so Raphael Golta, der jetzt für die Stadt Zürich den Gründen nachgeht – damit Stadtratskollege Filippo sich nicht selbst untersuchen muss.

Golta will nächster Stapi werden. Statt den Skandal beim Namen zu nennen – diese Rad-WM war von A bis Z gaga –, nimmt er schon vor seinen Ermittlungen alle in Schutz.

Der Dumme im Tross ist der Steuerzahler. Er kann sich nicht aus der Affäre schleichen, an ihm bleibt die Rechnung hängen.

Und die Cracks vom WM-Organisationskomitee? Rennchef Olivier Senn gibt schon wieder Interviews, als ob es mit dem Tod einer jungen Schweizerin keine Tragödie gegeben hätte.

Zusammen mit einem Geschäftsfreund hat auch seine Firma offene Rechnungen. Wie hoch diese sind und wie viel er von seinem Geld vorab erhalten hat, geht aus einer Stellungnahme des Rad-WM-Sprechers nicht hervor.

«Im Rahmen der rechtlichen Vorgaben werden Cycling Unlimited AG und Pro Touch Global GmbH wie die anderen Gläubiger behandelt», schreibt er per SMS.

«Der Verein UCI Weltmeisterschaften Rad- und Para-Cycling Strasse Zürich 2024 geht davon aus, alle finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern erfüllen zu können.»

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